Freitag, 16. Juli 2010

"A Postcard from California" - Alan Jardine

Lange hat man es erwartet, seit dem 28. Juni 2010 ist es endlich erhältlich. "A Postcard from California" von Alan Jardine.

Das Album besteht aus 12 Songs (wie die meisten Beach Boys Alben...). Die 8 Beiträge von Alan Jardine spiegeln sein Schaffenswerk der letzten 38 Jahren. Das lange erwartete "Don´t fight the sea/Monterrey", welches in den 1980er der Dreh- und Angelpunkt eines Jardine/Love Konzeptalbums werden sollte, das in der Planungsphase wieder versandete, ist ebenso dabei, wie Neuaufnahmen aus dem Beach Boys Katalog und bis dato unbekannte Songs.

A Postcard from California - der Titelsong neigt dazu, das Potenzial des Albums etwas nach unten zu drücken. Mir persönlich klingt der Song zu sehr nach "remake" anderer Songs, wie etwa Rhinestone Cowboy (wobei es hierbei natürlich passend ist, dass Glen Campbell als Gaststar für diesen Song gewählt wurde) und weißt textlich diverse Schwächen auf.

Richtig los geht das Album bei der doch sehr dezent gestalteten Version von California Feeling, jenen Song, an dem Brian Wilson mit Stephen Kalinich Mitte der 1970er arbeitete. Al, Piano, Chor, Mundharmonika, lassen den Song weit ab vom Original in eine interessante interpretationsweise gleiten.

Das bereits genannte Looking down the coast ist stimmlich sicherlich einer der Höhepunkte von Alan, ebenso wie Don´t fight the sea welches ebenfalls aus den 1980ern stammt. Das Lied, welches Al mit Terry Jerks schrieb, vereint alle Beach Boys noch einmal gemeinsam. Die Vokals von Carl stammen aus den Demosessions, Brian steuerte seine Stimme ebenfalls vorab bei, wie auch Bruce Johnston. Mike Love gab sich im Jahr 2009 die Ehre nach Big Sur zu Alan zu fahren um seine Vocals aufzunehmen. Somit sind die Beach Boys auf diesem Song noch einmal miteinander vereint.

Das Tidepool Interlude ist ein vertontes Gedicht von Stephen Kalinich, gesprochen von Alec Baldwin. Das Campfire Scene (das Intro für "California") und der folgende genannte Song, ergeben ein gutes Klangbild, was wohl auch an den Gastauftritt von Neil Young liegt.

Help me Rhonda bei dem Steve Miller mitsingt, ist für meinen Geschmack absolut entbährlich, da es die Magie des Originals verfehlt. Eine leichte Brise "Magie" verstüre ich zumindest bei dem Lied "San Simeno" bei dem Al, seine beiden Söhne Matt und Adam sowie Gerry Beckley von America es schaffen, beinahe wie die Beach Boys zu klingen.

Auf den beiden folgenden Stücken "Drivin" und "Honking down the highway" ist Brian Wilson vertreten. Abgeschlossen wird das Album mit "And I always will" welches, zumindest in der Einleitung, an Chopins "Etude Opus 10" erinnert.


Erwerb des Albums

Das Album wurde von "Jardine Tours", also im Eigenverlag von Al, veröffentlicht. Dies machte er bereits bei seinem "Live in Las Vegas" Album vor rund 10 Jahren, die Technik des Eigenverlags hat sich aber seit dieser Zeit verbessert. Das Album in physischer Form ist als "CD on Demand" bei Amazon. com erhältlich. Zudem wird es bei Downloadportalen wie ITunes ebenfalls angeboten.