Sonntag, 8. August 2010

Katy Perry bekommt Post...

Der derzeitige Sommerhit - Katy Perry. "California Gurls". "Ein Tribute an die Surfer-Musik der 60er Jahre". Dazu passend wurde im Fade out auch eine Zeile aus dem Beach Boys Song "California Girls" verwendet. Brian Wilson fühlte sich "geehrt", dass dies passiert ist, denn Katy habe "eine tolle Stimme".

Nur wie es scheint sieht das nicht jeder so. Denn - wie User hoddori aus dem Beach Boys Forum mitteilte - wird Katy Perry bald Post vom Anwalt bekommen. "Katy hat eine der berühmtesten Liedzeilen der Geschichte abgekupfert" wird in der Freitag Ausgabe der New York Post der Anwalt von "Brother Records" zitiert. "Deshalb müssen Mike Love und Brian Wilson als Co-Autoren angegeben werden und auch an den Einnahmen beteiligt werden".

So viel dazu. Einmal abgesehen davon, dass die zitierte Zeile auf den Song keinen Einfluss nimmt und der Song auch ohne dieses Zitat, das kaum hörbar gesprochen wird, auskommt, hat Mike Love in der Vergangenheit so etwas schon gemacht. Bei "Wouldn´t it be nice" reklamierte er seine Mitautorenschaft für das Fade Out "Good night my baby, sleep tight my baby" und bekam von Gerichtswegen recht.

Das kann ja wohl spannend werden und wohl eine Warnung an jene sein, welche den Beach Boys ein Tribute darbieten wollen. Oder?

Donnerstag, 29. Juli 2010

Gedanken: Sexistische Beach Boys?

Die Emanzen-Bewegung, sei sie gut oder nicht möge dahingestellt bleiben und jeder für sich selber beurteilen, tritt schon seit mehreren Jahren und Jahrzehnten für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ein. Leider ist es auch in der heutigen Gesellschaft so, dass in vielen Bereichen Männer, aber auch in einigen Frauen bevorzug sind. Gleichheit und gleiche Chancen sind eher Mangelware.

Derzeit sorgt ein neuer Werbespot wieder etwas für Unruhe. Drei entkleidete Damen machen Werbung für Bier. „Nein zur sexistischen Werbung“. So ein Sticker klebt sogar auf unserem Büro-Kaffee-Automaten, welche eine Dame zeigt, die an einer Kaffeetasse nippt.


In solchen Situationen denke ich immer an unsere Junge – die Beach Boys. Es ist bekannt, dass sie in ihren Texten eher dem klassischen Rollenbild der Frau frönten. Also, die hübschen kalifornischen Mädchen besangen, die stets am Beifahrersitz des Sportwagens zugegen waren, die man erobern konnte, Mädchen it Traumkörpern im Bikini, mit langen Haaren usw. Sie besangen den Teenagertraum des ewigen Sommers der 1960er Jahren. Eigentlich nichts schlimmes dabei... oder?

Wie reagiert die moderne Frauenbewegung auf diese Art von Musik? Sind die Beach Boys etwa auch als „sexistisch“ eingestuft. Wird irgendwann einmal eine Dame der Schöpfung herkommen und sagen: „Verbot von Beach Boys Musik???“

Einerseits ist es so: Auf den Konzerten von den Beach Boys sieht man viele Frauen. Junge, hübsche Frauen mit langen Haaren, die man am Strand sicherlich im Bikini antreffen würde. Aber würde man jemanden treffen, eine Dame, die man hierzulande als „Frauenrechtlerin“ umschreibt? Da kommen mir Zweifel. Vielleicht ist es so, dass unsere Kinder uns ansehen werden um zu sagen: „So eine sexistische Musik hast Du früher einmal gehört?“ Ich hoffe es nicht.

Freitag, 23. Juli 2010

Al live bei CBS-FM in New York

Al Jardine und Billy Hinsche waren bei CBS-FM eingeladen. Hierbei spielten die beiden – jeweils mit einer Akustik Gitarre ausgestattet – akustische Versionen von vier Liedern ab. Diese waren:

Kokomo
California Girls
Postcard from California
Surfer Girl

Ein Video wurde hiervon ebenfalls gemacht, das unter folgendem Link abrufbar ist.


http://wcbsfm.radio.com/2010/05/27/video-of-the-day-11/

Dienstag, 20. Juli 2010

Mike Love bei WSBS-FM-Radio: Reunion?

Mike Love gab sich die Ehre ein Telefoninterview mit dem New Yorker Radiosender WCBS-FM-Radio zu führen. Die erste Frage des Reporters? Er hörte Gerüchte, Mike wolle seine Memoaren schreiben (Anmerkung: was grundsätzlich keine schlechte Idee wäre, Love ist in der Beach Boys Literatur ziemlich unterbewertet). Er wich dieser Frage eher aus: "...ein wenig, in meiner Haupttätigkeit spiele ich Konzerte UND" (jetzt kommt es) "ich hab mit meinem Cousin Brian Wilson gesprochen - wir möchten gemeinsam ein Musik-Projekt für unser 50. jähriges Jubiläum starten".
Das Spiel kennen wir Fans nur zu gut. Love plaudert etwas aus, von Brian Wilson´s Management kommt umgehend das Dementi. So hatte Wilson´s Management pläne bezüglich einer weltweiten-Reunion´s-Konzertreihe erst neulich dementiert. Doch Mike wird dieses Mal etwas klarer: "Keine Reunion, einige Aufnahmen mit meinem Cousin Brian Wilson. Wir haben noch nichts fixiert und auch noch keine Termine ausgemacht, wir haben darüber gesprochen. Es wäre sicherlich lustig...". Man merkte Moderator Dan Taylor die Vorfreude an, was Mike noch einmal sagen ließ: "Nothing is set, we´ve talked about it...."
Seit Mitte der 1990er gibt es immer wieder Vermutungen, Brian Wilson und Mike Love - immerhin ein sehr erfolgreiches Songwriter-Duo in den 60ern - könnten wieder gemeinsam Lieder schreiben. Beim 40-Jahr-Jubiläum von "Pet Sounds" (2006) soll Brian Mike zB ein Demoband übergeben haben und ihn gebeten, dazu einen Text zu verfassen. Love wollte allerdings so nicht arbeiten: "Eine richtige Kollaboration wo wir uns treffen und gemeinsam schreiben". Vielleicht funktioniert es noch? "There is still magic in the air..."

Montag, 19. Juli 2010

Carl Wilson - "Youngblood" remastered auf CD

Youngblood, das zweite Solo-Album von Beach Boy Carl Wilson, steht eine Wiederveröffentlichung bevor.

Das Album wurde 1983 unter William James Guercio´s "Caribou" Plattenlabel veröffentlicht. Das Album brachte einen sehr guten Kontrast aus Carl Wilson-Rocksongs, Balladen (wie das von seinem Schwager Billy Hinsche geschriebene "One more night alone") und Coverversionen (wie Rockin all Over the World). Mit "What you do to me" schaffte es eine Single aus dem Album sogar in die Top 100 der US-Billboard-Charts, das Album an sich blieb kommerziell gesehen aber erfolglos.

Original auf LP veröffentlicht, als limitierte Japan-Edition auch auf CD, wird nun als "Iconoclassics" veröffentlicht. Remastered wird von den Originalen-Masterbändern durch Vic Anesini. Als Bonus Material wird die Single Version von "Givin you up" inkludiert werden. Die "Liner Notes" stammen von Billy Hinsche. Ein Veröffentlichungstermin ist bis dato noch nicht bekannt, auch nicht, ob auch die beiden anderen Soloalben "Carl Wilson" (1981) und "Like a brother" (2000) neu veröffentlicht werden.


Track Listing:
1. What More Can I Say
2. She's Mine
3. Givin' You Up
4. One More Night Alone
5. Rockin' All Over The World
6. What You Do To Me
7. Young Blood
8. Of The Times
9. Too Early To Tell
10. If I Could Talk To Love
11. Time
Bonus Track:
12. Givin' You Up (single version)

Lesen bildet....

"Lesen bildet"... hinter diesem recht aussagekräftigen Stichwort verbarg sich eine Überraschung. Heinz D., Jahrelang Leiter des deutschen Beach Boys Fanklubs, bot seine Bücher-Sammlung an. Zum symbolischen Preis von 10 Euro plus Porto. Natürlich ein wirklicher Schnäppchenpreis wenn man davon ausgeht, dass darunter Schätze wie das von Autor David Leaf handsignierte und vergriffe "The Beach Boys and the California Myth" inkludiert war (nur um das noch zu erwähnen: Bei Amazon.com wird das unsignierte Buch derzeit zwischen 500 und 1000 US-Dollar von Dritthändlern angeboten). Ich musste da natürlich sofort zuschlagen und nahm Heinz gezählte 5 Bücher ab.
Weitere Leute meldeten sich um von diesem Angebot zu profitieren, darunter auch Sascha H. aus B. Er war so "frei", Heinz eine weitere "handvoll" Bücher abzunehmen, ebenfalls zu diesem Vorzugspreis. 40 Euro Porto von Heinz vorgestreckt - Sascha H. aus B. hielt es bis heute aber nicht für Nötig, die Portokosten rückzuerstatten bzw. den symbolischen "10er" dazuzuaddieren.
"Beach Boys Trades" sind weltweit auf Vertrauen aufgebaut. Vertrauen, dass A etwas hat das B möchte, und beide Ihre Vereinbarung erfüllen. Freundschaften sind dabei schon entstanden, Kontakte in fremde Länder, in denen man ein Buch, eine CD, eine DVD getauscht hat. Alles auf Vertrauen. Leider musste ich erkennen, dass es in letzter Zeit immer öfter Menschen gibt, die sich daran nicht halten. Und diese sitzen vermutlich zu Hause, lachen sich ins Fäustchen, weil A davon ausging, dass B in Ordnung ist und ohne Vorkasse etwas schickt.
Meine "schlechte Erfahrung" beim Traden hatte ich vor drei Jahren, obwohl ich nur am Rande involviert war. Paul J aus B (Name geändert), den ich persönlich kannte, bat mich damals für ein Tauschgeschäft meine Adresse angeben zu dürfen. Denn er könne das Paket nicht entgegen nehmen, deshalb wäre der Umweg über mich besser. Ich dachte mir nichts dabei. Ein Paket mit meinem Namen adressiert kam auch wirklich bei mir. Erst dort kam ich dahinter, dass Paul J aus B. seinen Tauschparnter "gelinkt" hatte. Zum zweiten Mal. Beim ersten Mal hatte er mit einer fingierten Tausch-Liste mit Dingen, die er gar nicht hatte, mit einem Amerikaner ein Tauschgeschäft ausgehandelt. Der sandte die Sachen an Paul J. aus B., Paul J. aus B. schickte aber nie etwas zurück. Da er diese Nummer noch einmal abziehen wollte, benötigte er einen "neuen Namen" und eine neue Adresse - meine. Und das Spielchen wiederholte sich. Der einzige Negativaspekt dabei? Dass jemand aus der Beach Boys Fangemeinde unter meinem Namen gelinkt wurde.
Wirklich schade. Ich habe einige Beach Boys Konzerte erlebt, ich habe Brian Wilson erlebt. Fremde Menschen erfreuten sich an der Musik, begannen miteinander zu sprechen, zu tanzen. Das selbe passierte auch beim Tauschen. Man dachte "wenn der auch Beach Boys Musik mag, kann das kein schlechter Mensch sein". Die Zeiten haben sich geändert - und wie!

Freitag, 16. Juli 2010

"Beach Boys" auf Teneriffa

Mike Love beendete die heurige Europatournee mit seinen Jungs auf Teneriffa. Wie es scheint, hatte auch sie das WM-Fieber gepackt - sie koordinierten den Auftrittszeitpunkt ihres Konzertes mit dem Abpfiff des Spieles Spanien - Deutschland.

RKH aus M. war vor Ort dabei und schrieb bei myheimat.de einen nicht gerade wohlwollenden Artikel über die Band, der mir beim ersten Lesedurchlauf doch ein wenig aus der Seele sprach. Dies liegt vermutlich auch an einer gewissen Eitelkeit, hatte sich RKH doch die Mühe gemacht die ersten drei Absätze ungeküzrt von einem meiner Texte zu übernehmen, welche ich über die Jahre hinweg im Netz platziert hatte.

Als Randnotiz zu der Europatournee kann man erwähnen, dass die Jungs "Bluebirds over the mountains" wieder in das Programm aufgenommen haben, der Rest sich allerdings nur maginal von dem unterscheidet, was in den letzten Jahren gespielt wurde.

Natürlich kann man nun geteilter Meinung sein. ist es notwendig das Mike Love - der mitlerweile doch schon auf die 70 zugeht, noch immer den ewig jungen Sunny-Boy und Surfer spielt, der er nie war? Das er weiterhin mit der ersten Reihe seines Publikums spielt, das - wie vor 49 Jahren - noch immer aus jungen Teenagermädchen besteht? Er diese danach auf die Bühne holt und mit ihnen tanzt? Die Antwort dazu ist natürlich zwiespältig.

Ein Fakt ist, dass Mike Lover DER Frontmann der Gruppe war und immer gewesen ist. Eine lustige Ansage während den Stücken, ein Scherz auf den Lippen, ein Moderator der durch das Programm führte, ein Aushängeschild - der in den letzten Jahren fast seinen gesamten Kredit bei den Fans verspielt hat, was natürlich vor allem auf die gerichtlichen Auseinandersetzungen zurückzuführen ist, welche er mit den ehemaligen Bandmitgliedern hatte.

Viele Fans halten Mike Love bis heute vor, dass er unter den Namen "The Beach Boys" weiterhin auf Tournee geht, obwohl er das einzige Gründungsmitglied ist, und keiner der Wilson-Brüder mehr mit ihm auf der Bühne steht. ich war einer jener Menschen, die ihm das lange Zeit vorwarfen. Zum Umdenken brachte mich erst die Tatsache, dass Mike - nach Carl Wilsons Tod 1998 - weiterhin auf Tournee gehen wollte, allerdings mit einem Ablegernamen als "American Band", welche die Beach Boys zweifelsohne waren und sind. Leider rentierte sich dies nicht - das Management konnte für 1998 nur 8 Termine für Live-Shows fixieren, von denen die Hälfte Las-Vegas-Shows waren und drei wegen mangelnden Vorverkauf wieder storniert wurden. Erst dort fragte Mike Love bei Brother Records an, den Namen "Beach Boys" weiter verwenden zu dürfen. Seitdem tingelt er eben seit nunmehr 12 Jahren durch die Welt, spielt bis zu 150 Shows im Jahr, und lebt recht gut davon. Nicht nur er alleine, auch seine ehemaligen Bandmitglieder naschen an den Lizierungsrechten mit. Somit eine Win-Win-Situation.

Warum also die Aufregung? Die personellen Entscheidungen von Mike Love waren nicht immer die besten. Bis vor kurzem klang Love´s Band wie eine "Jukebox", welche die Songs als einziges Medley hinunterspielte, dazu fremde Menschen, die mit den Beach Boys nichts zu tun hatten, Lead-Stimmen übernahmen. Mitlerweile ist Love´s Touringband auf sieben Mitglieder geschrumpft. Mit dabei ist nun auch Christian Love, welcher für etwas mehr "Beach Boys Blut" in der Gruppe sorgt. Auch Bruce Johnston bringt sich vermehrt in die Gruppe ein. Und seitdem Randell Kirsch in der Band spielt - der übrigens in den 70/80er Jahren in diversen Bands mit Jeffrey Foskett spielte, der selber lange mit den Jungs auf Tournee ging und heute musikalischer Direktor der Brian Wilson Band ist - und "Micky Mouse" Adrian Baker in Pension gschickt wurde, kann man die Band als durchaus "hörbar" bezeichnen.

Auf der anderen Seite hat RKH aus M natürlich auch recht. Die Band, die wir einst so liebten, gibt es heute nicht mehr. Mike Love´s Solotour ist kein wirklicher Ersatz, obwohl er in den letzten zwei Jahren etwas mehr an Würde gewonnen hat. Und Mike Love ist so ein tüchtiger Geschäftsmann, dass er im Jahr 2010 noch immer 150 Konzerte weltweit mit einer Gruppe spielen kann, die es seit 12 Jahren nicht mehr gibt und die seit 17 Jahren kein neues Material mehr veröffentlicht hat. Womit ich wieder auf den ersten Punkt zurück komme: Er IST der charismatische Frontmann der Band.